Wie es scheint, sind die Katharer auferstanden

Die Katharer bildeten eine Religionsgemeinschaft, die ziemlich locker in ihren Glaubensbestimmungen war. Sie waren nicht so tyrannisch wie andere Religionsgruppen. Deshalb gibt es auch starke Abweichungen. Während die meisten von ihnen an Jesus glaubten, kamen einige auch ganz gut ohne ihn aus. Da sie wohl ursprünglich aus katholischen Gebieten stammten, gab es natürlich starke Bezüge zum Katholizismus. Aber das war reiner Überbau. Denn so unterschiedlich wie das Katharertum und der Katholizismus, kann eine Religion gar nicht sein.

Der letzte Katharerpriester der das Consulamentum erhalten hatte - das war ein Segen, der von einem zum anderen Priester weiter gegeben wurde und so etwas wie eine Ermächtigung darstellte - prophezeite die Rückkehr der Katharer für unsere Zeit. Das tat er im Angesicht des Todes auf dem Scheiterhaufen. Was alle Katharer miteinander verband, war der Glaube an Seelenwanderung. Also der Glaube, irgendwann wieder in einem anderen Körper geboren zu werden.

Sind sie in unserer Zeit wieder geboren worden? Ich denke schon. Denn genau jetzt gibt es immer mehr Menschen, die an das glauben, was die alten Katharer damals glaubten. In neuer Form natürlich. Schließlich sind sie in einer neuen Gesellschaft angekommen und sie werden - zumindest im Moment - nicht verfolgt.

Der Glaube an Seelenwanderung ist salonfähig geworden, ebenso der Glaube, dass alle Lebewesen eine lebendige Seele besitzen und einander gleichwertig sind. Immer mehr Menschen verzichten auf den Konsum von Fleisch. Immer mehr Menschen respektieren das Leben aller Lebewesen. Genau das sind zentrale Punkte der katharischen Religion, die mehr eine Lebenseinstellung war, als dumpfer Glaube.

Viele dieser neuen Menschen glauben nicht an Gott, nicht an die katholische Kirche und nicht an Erlösung durch Jesus. Betrachtet man den Glauben der Katharer logisch, ist das sogar die Konsequenz dessen, was die Katharer mit ihren Gedanken in Bewegung gesetzt haben. Sie dachten nämlich, dass wir sozusagen in der Hölle leben. "Die Welt ist des Teufels"!!!

Die lebendigen  Seelen waren verleitet worden, in die dunkle Materie abzusteigen. Dort sind sie nun hängen geblieben und können sich nicht mehr befreien. Darauf zu warten, ein strahlender Gott würde nun kommen und alle erlösen, wäre eigentlich naiv. Jede Seele muss sich selbst befreien. Dazu braucht es aber gewisse Voraussetzungen.

Man muss den starken Willen dazu haben. Den bekommt man jedoch nur, wenn man begreift, wo man gelandet ist. Also in der Hölle. Man ist das, was sie aus einem macht: ein Monster! Ja, wir sind alle Monster. Besonders wenn wir in Gestalt von Menschen auftreten. Das wollen wir nicht sehen, bzw. lassen wir uns von unseren heiligen Gedanken blenden, die uns weis machen, wir seien ja eh sooo gut. Nur der böse Teufel würde uns verführen. Solange wir an dieser Illusion festhalten und brav leiden, werden wir immer mehr Monster, weil wir Teil der Natur sind. Diese Natur hat uns so geschaffen. Sie wurde nicht von einem uns liebenden Gott konstruiert. Sie ist unser Gefängnis. Und so tun wir einander ständig Leid an und je mehr wir leiden, desto mehr schreien wir nach Rache. Genau diese Gedanken halten uns fest.

Erst wenn wir erkennen, dass wir Monster sind, aber keine mehr sein wollen, haben wir den ersten richtigen Schritt getan. 

An dieser Stelle können wir beginnen, unser Verhalten zu verändern. Mit Hilfe von Meditation, Selbsthypnose, oder Fremdhypnose.